Kurz: Orientierungsrechnung, keine Prämienkalkulation und keine Einzelfallzusage. Individuelle Tarife und Obliegenheiten prüfen wir auf der Seite Ablauf.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Shop-Betreiber denken oft zuerst an „Hacker“ – die Rechnung kommt aber in drei Blöcken. Genau diese Blöcke sollte eine sinnvolle Cyberdeckung adressieren.
- Betriebsunterbrechung: entgangener Umsatz und fortlaufende Kosten, solange Checkout, Warenkorb oder kritische Systeme ausfallen
- Eigenschäden: Forensik, Bereinigung, Wiederherstellung von Shop, Daten und Zugängen
- Datenschutz & Krisen: Anwalt, Meldungen, Betroffeneninformation, Kommunikation – je nach Vorfall
Faustformel für den Umsatzteil: Tagesumsatz × Ausfalltage (ggf. höher im Peak). Dazu kommen IT- und Datenschutzkosten, die auch bei kurzem Offline-Fenster entstehen können.
Für eine individuelle Schadenbandbreite: unser Schadenrechner für Online-Shops. Was die Police selbst kostet und wovon der Beitrag abhängt: Cyberversicherung Kosten Online-Shop.
Drei Rechenbeispiele
Die folgenden Beispiele sind verdichtet und gerundet – sie sollen Größenordnungen zeigen, keine Prognose für Ihren Shop. Annahme: rund 312 Verkaufstage im Jahr; Online-Anteil am Umsatz 100 %.
| Szenario | Shop-Profil | Ausfall | Orientierung Gesamtschaden |
|---|---|---|---|
| Kleiner D2C-Shop | ca. 400.000 € Jahresumsatz | 3 Tage (Ransomware-ähnlich) | ca. 15.000–45.000 € |
| Wachsender Mid-Size | ca. 1,5 Mio. € Jahresumsatz | 5 Tage inkl. Forensik | ca. 40.000–120.000 € |
| Peak-Wochenende | ca. 2 Mio. €, hoher Tagesanteil | 2 Tage DDoS / Checkout-Ausfall | oft fünfstelliger Umsatzverlust – plus IT |
Beispiel A: 400.000 € Umsatz, 3 Ausfalltage
Tagesumsatz grob 1.280 €. Drei Tage ohne Verkauf: rund 3.800 € Umsatzausfall – das ist erst der sichtbare Teil. Forensik und Wiederherstellung liegen bei KMU-Shops oft im mittleren vier- bis niedrigeren fünfstelligen Bereich. Zusammen entsteht schnell ein Schaden, der den Jahresbeitrag einer Cyberpolice um ein Vielfaches übersteigt.
Beispiel B: 1,5 Mio. € Umsatz, 5 Ausfalltage
Tagesumsatz grob 4.800 €. Fünf Tage: rund 24.000 € nur über den Umsatzkanal – plus IT-Notfall, ggf. Agentur-Mehrkosten und Verzögerungen in Fulfillment und Customer Service. Genau hier entscheidet die Betriebsunterbrechungslogik im Tarif (Wartezeit, Bemessung, Summe).
Beispiel C: Peak – zwei Tage zählen wie eine Woche
Im Peak ist der Tagesumsatz oft ein Mehrfaches des Jahresschnitts. Zwei Tage lahmgelegter Checkout können denselben Umsatzverlust erzeugen wie eine ruhigere Verkaufswoche – bei vergleichsweise geringerer Forensik, aber hohem Ertragsdruck. Mehr Muster dazu: anonymisierte Schadenfälle.
Wann sich die Police lohnt
Nicht am niedrigsten Beitrag. Sondern wenn der realistische Schaden Ihren Betrieb spürbar trifft – und der Tarif genau diese Bausteine trägt.
- Umsatz oder Marge hängen am digitalen Checkout
- Kundendaten, Bestellungen oder Payment sind im System
- Ein mehrtägiger Ausfall wäre liquiditäts- oder reputationskritisch
- Peak-Season, Wachstum oder Plattformwechsel stehen an
- Hosting/Shopify/Shopware ersetzen Ihre Deckung nicht (siehe Mythen)
Eine Police „lohnt“ sich dann, wenn Versicherungssumme, Betriebsunterbrechung und Datenschutzbausteine zum Shop passen – und Obliegenheiten (MFA, Backups, Patches) erfüllbar sind. Details zu den Muss-Bausteinen: Was wirklich abgedeckt sein muss.
Hinweis: Pauschale Online-Preise sagen wenig. Was zählt, ist das Verhältnis von Beitrag zu Schadenbild – und ob der Vertrag im Ernstfall greift.
Warum Betriebshaftpflicht nicht reicht
Die Betriebshaftpflicht schützt typischerweise vor Personen- und Sachschäden Dritter. Ein Shop ohne Checkout, kompromittierte Kundendaten oder Forensik nach Ransomware fallen darunter in der Regel nicht. Genau diese Lücke ist der Grund, warum digitale Modelle eine eigene Cyberdeckung brauchen – nicht „noch eine Police nebenbei“. Vertiefung: Was Cyberversicherung bei Ransomware deckt – und was nicht.
Mehr dazu in der FAQ und unter Cyberversicherung für E-Commerce.
Checkliste vor Peak-Season
Bevor Black Week, Weihnachten oder Ihr stärkstes Quartal beginnt:
- Tagesumsatz und kritische Systeme (Checkout, Payment, ERP) dokumentiert?
- Bestehende Cyberdeckung vorhanden – Summe und Wartezeit noch passend?
- MFA, Rechte, Updates und Backup-Tests aktuell?
- Wer macht was im Notfall (IT, Agentur, Geschäftsführung)?
- Schadenrechner einmal mit Peak-Annahmen durchgerechnet?
Plattform-Checklisten: Shopify · Shopware · WooCommerce.
Nächster Schritt: Schadenbandbreite schätzen – oder kurz Ihr Shop-Set-up schildern. Wir melden uns bei Ihnen so schnell wie möglich.