Kurz: Orientierung auf Basis der HDI-Pressemeldung zur Cyberstudie 2026. Keine Produktempfehlung der HDI – und keine Einzelfallzusage für Ihren Shop.
Die Zahlen, die zählen
Anfang 2026 wurden laut HDI rund 1.100 Entscheider aus KMU sowie Selbstständige und Freiberufler befragt. Aus Shop-Sicht besonders greifbar:
- 60 % stufen Cyberschäden als relevantes Risiko ein
- 31 % halten es für hoch oder eher hoch, in den nächsten zwei Jahren Ziel einer Attacke zu werden
- Durchschnittliche Schadenhöhe bei erfolgreichen Angriffen: rund 25.000 € (in Vorgängerstudien seit 2022 mindestens 68.000 €)
- Rund jedes dritte Unternehmen sieht bei einem massiven Cyberschaden die Existenz gefährdet
- Rund 35 % berichten, in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Ziel einer Cyberattacke gewesen zu sein
Wichtig: Der Durchschnitt von 25.000 € ist kein Schadenszenario für einen umsatzstarken Checkout im Peak. Für Online-Shops zählen oft Ausfalltage, Forensik und Datenschutzfolgen – siehe Was kostet ein Cyber-Ausfall? und den Schadenrechner.
Routine ist gut – Nachlässigkeit nicht
HDI wertet die sinkende Durchschnittsschadenhöhe unter anderem als Zeichen wachsender Reife: Prävention greift, Angriffe werden schneller eingegrenzt. Gleichzeitig warnt der Versicherer davor, dass aus Routine Nachlässigkeit werden kann.
Die Studie selbst nennt hohe Präventionsraten: u. a. technische Maßnahmen (87 %), Schulungen (71 %), organisatorische Maßnahmen (69 %). Bei Unternehmen mit Prävention lag die durchschnittliche Schadenhöhe laut HDI um 33 % niedriger.
Für Shops heißt das: MFA, Backups, Patches und Rechtekonzept sind keine „Nice-to-haves“ – sie entscheiden oft mit über Leistung und Schadenhöhe. Mehr dazu: Ransomware: Was die Police deckt.
Mensch, Phishing, KI
Der Mensch bleibt das zentrale Einfallstor. Unter den attackierten Unternehmen der letzten zwölf Monate nannten laut Studie besonders häufig: Phishing-Mails (64 %), E-Mails mit Schadsoftware (47 %), versehentlicher Download (30 %).
Neu im Fokus: KI-gestützte Täuschung. 7 % wurden bereits mit CEO-Fraud oder Zahlungsbetrug konfrontiert (27 % sehen das als relevantes Risiko); Deepfake-Angriffe erlebten 4 % (24 % relevant). Gleichzeitig sieht eine Mehrheit KI eher als Chance für die Abwehr.
Für den Shop-Alltag: Agenturzugänge, Payment-Backoffice und „dringende“ Überweisungsmails verdienen dieselben Standards wie der Server-Patch.
Cloud: Anker und Angriffsfläche
Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) arbeitet zumindest teilweise in der Cloud; viele nennen erhöhte IT-Sicherheit als Treiber. Gleichzeitig meldeten Cloud-Nutzer laut Studie häufiger Betriebsunterbrechungen nach Cybervorfällen (31 % vs. 14 % ohne Cloud).
Übersetzung für Shopify, Shopware-Hosting und SaaS-Stacks: Plattform entlastet – ersetzt aber weder Ihre Obliegenheiten noch Ihre Umsatzabsicherung. Mythen zur Cyberversicherung.
Was das für Online-Shops heißt
- Durchschnittsschäden runter ≠ Ihr Peak-Risiko runter
- Prävention senkt Schaden – ersetzt keine Deckung für BU und Krise
- Phishing und Social Engineering bleiben der Einstieg – auch bei „sicherer“ Cloud
- CEO-Fraud/Deepfake betreffen Freigaben, Agenturen und Buchhaltung
- Existenzrisiko trifft kleinere Unternehmen besonders – Shops mit knapper Liquidität ebenso
Was die Police leisten muss
Die Studie belegt Bedarf und Reife – nicht den richtigen Tarif. Für digitale Shops bleiben die Muss-Bausteine: Eigenschäden (Forensik/Wiederherstellung), Betriebsunterbrechung, Datenschutz/Haftung. Details: Was abgedeckt sein muss · Kosten-Ratgeber · Gesamtbild Mittelstand: DMB Risiko-Report 2026.
Häufige Fragen
Was sagt die Studie zur Schadenhöhe?
Rund 25.000 € im Durchschnitt bei erfolgreichen Angriffen – deutlich unter den Vorgängerwerten ab 2022. Für umsatzstarke Shops ist der Peak-Ausfall oft der relevantere Maßstab.
Reicht Prävention ohne Cyberversicherung?
Nein. Prävention senkt Wahrscheinlichkeit und Höhe – ersetzt aber nicht Forensik, Betriebsunterbrechung und Datenschutzfolgen.
Was ist für Online-Shops besonders relevant?
Phishing, Cloud ohne Nachlässigkeit, Freigabeprozesse gegen CEO-Fraud – und Summen/BU, die zum Checkout passen.
Nächster Schritt: Schadenbandbreite schätzen – oder kurz Ihr Shop-Set-up schildern. Wir melden uns bei Ihnen so schnell wie möglich.